Bundesweit leisten die Gemeinden etwa einen hohen Beitrag zur Integration jüdischer Geflüchteter aus der Ukraine. Gleichzeitig hat der steigende Antisemitismus das Sicherheitsgefühl vieler Jüdinnen und Juden in Deutschland deutlich verschlechtert. Mit diesen und anderen Herausforderungen sollen die jüdischen Gemeinden nicht allein umgehen müssen – darum bietet ihnen das Gemeindecoaching des Zentralrats für Juden in Deutschland professionelle Beratung und Begleitung. Die Alfred Landecker Foundation fördert das Projekt.
Wie halte ich meine Gemeinde resilient, auch in Krisenzeiten? Wie kommuniziere und handle ich richtig nach einem antisemitischen Vorfall? Wie können die Gemeindemitglieder besser geschützt werden? Und welche neuen Projekte und Initiativen können das Angebot der Gemeinde sinnvoll ergänzen? Diese und andere Fragen können Gemeindevorsteher und jüdische Führungskräfte im „GemeindeCoaching” gezielt bearbeiten und Lösungen entwickeln.
Eine professionelle Beratung begleitet sie dabei, Herausforderungen zu identifizieren und konkrete Lösungsstrategien zu entwickeln. Das Coaching richtet sich an Landesverbände, jüdische Gemeinden und weitere Einrichtungen wie zum Beispiel Jugendzentren, Synagogen oder Familiengruppen. Die Alfred Landecker Foundation unterstützt das Projekt, da es einen wichtigen Beitrag leistet, jüdisches Leben zu stärken und die Resilienz und Handlungssicherheit der jüdischen Gemeinden deutschlandweit zu fördern.
Führung und Vernetzung stärken
Das „GemeindeCoaching” beruht auf drei Säulen: Organisationsentwicklung, Förderung von Interaktion und Engagement und sowie der Entwicklung von Kompetenzen, beispielsweise in der Kommunikation- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Fundraising-Bereich. Im Rahmen der Beratung werden eine Zukunftsvision ausgearbeitet, mittel- und langfristige Ziele sowie Erfolgsindikatoren festgelegt und eine Strategie zur Erreichung dieser Ziele entwickelt. Ein besonderer Fokus des Projekts liegt außerdem auf der Qualifizierung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden: Persönliche Coachings helfen vor allem jungen Führungskräften dabei, ihre Rolle klar zu definieren, ihre Führungskompetenzen weiterzuentwickeln und ihre Arbeit effizienter zu organisieren.
Offenes und diverses Gemeinwesen fördern
Ergänzend entsteht ein digitales Trainingsprogramm, das den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Grundlagenwissen und praxisnahe Impulse für die Organisationsentwicklung bietet. Um eine nachhaltige Zusammenarbeit zu fördern, schaffen Formate der kollegialen Beratung, des Peer-Learnings und des Best-Practice-Austauschs Räume für Vernetzung unter jüdischen Führungskräften in ganz Deutschland. Das Projekt stärkt somit nicht nur unmittelbar jüdische Organisationen, sondern auch das übergeordnete Ziel, ein offenes und diverses Gemeinwesen zu fördern.
In den kommenden Jahren werden durch die Förderung der Alfred Landecker Foundation neue Formate erprobt und innovative Ansätze in der Gemeindeentwicklung getestet, um jüdische Gemeinden für die Zukunft zu stärken.
Das „GemeindeCoaching” steht auch weiteren jüdischen Organisationen offen, die aktiv zur Entwicklung des jüdischen Lebens in Deutschland beitragen. Dazu zählen Einrichtungen unter dem Dach des Zentralrats sowie Partner wie die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD), regionale Studierendenverbände oder andere zivilgesellschaftliche Initiativen.