Die globale Bedeutung der Holocaust-Reparationen
Eine Ausstellung über Erinnerung, Verantwortung und die Politik der Wiedergutmachung nach dem Holocaust


Wie können Gesellschaften mit historischem Unrecht umgehen? Welche Rolle spielen Anerkennung, Verantwortung und Wiedergutmachung? Diesen Fragen widmet sich die neue Ausstellung „In the Beauty Salon of History“ an der Hebräischen Universität Jerusalem, die eine der folgenreichsten Debatten der Nachgeschichte des Holocaust beleuchtet. Die von der Alfred Landecker Foundation geförderte Ausstellung des Jacob Robinson Institut für die Geschichte individueller und kollektiver Rechte wurde am 12. Mai 2026 in der Max and Iris Stern Little Gallery auf dem Mount-Scopus-Campus der Universität eröffnet.

Auf Grundlage umfangreicher historischer Forschung und archivischer Quellen untersucht die Ausstellung das Wiedergutmachungsabkommen von 1952 zwischen der Bundesrepublik Deutschland, Israel und der Jewish Claims Conference. Das Abkommen war weit mehr als eine diplomatische Vereinbarung: Es markierte einen entscheidenden Moment im Ringen um Verantwortung, Anerkennung und Entschädigung nach dem Holocaust.

Die Ausstellung zeichnet die politischen, moralischen und gesellschaftlichen Konflikte rund um die Wiedergutmachung nach und macht Debatten sichtbar, die die Nachkriegsgeschichte Deutschlands und Israels prägten und zugleich internationale Ansätze zu Reparationen und Transitional Justice beeinflussten. Statt eine lineare historische Erzählung zu präsentieren, beleuchtet sie die Spannungen, Meinungsverschiedenheiten und offenen Fragen, die die Auseinandersetzung mit beispiellosen Verbrechen begleiteten.

Historische Forschung mit Gegenwartsbezug

Die Ausstellung entstand aus der internationalen Forschungsgruppe „Paying for the Past: Reparations after the Holocaust in Global Context“ am Israel Institute for Advanced Studies und bringt aktuelle Forschung in den öffentlichen Dialog. Anhand historischer Dokumente, künstlerischer Interventionen und kritischer Reflexion stellt sie Fragen, die bis heute von großer Relevanz sind: Wie können Gesellschaften auf Unrecht reagieren? Was bedeutet Verantwortungsübernahme nach kollektiver Gewalt? Und wie verhandeln demokratische Gesellschaften Erinnerung, Gerechtigkeit und Verantwortung über Generationen hinweg?

Der Titel der Ausstellung ist von dem Gedicht „Tractors“ des israelischen Dichters Ronny Someck inspiriert. Darin wird gefragt, ob Geschichte einer „Schönheitsbehandlung“ unterzogen werden kann – ob sich die Wunden der Vergangenheit glätten und neu rahmen lassen, ohne die Gewalt zu verdecken, die sie verursacht hat. Die Ausstellung greift dieses Bild auf, um Möglichkeiten und Grenzen von Versöhnung und Wiedergutmachung auszuloten.

Forschung zu Verantwortung und demokratischen Werten stärken

Für die Alfred Landecker Foundation gehört die Förderung von Forschung zur Nachgeschichte des Holocaust – einschließlich Fragen von Wiedergutmachung, und demokratischer Verantwortung – zu ihrem Kernauftrag. Die Ausstellung steht beispielhaft für das Engagement der Stiftung, exzellente wissenschaftliche Forschung zu fördern, die das Verständnis der Holocaustgeschichte vertieft und zugleich Herausforderungen beleuchtet, die demokratische Gesellschaften bis heute prägen.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Michal Mor und Eli Ben-Arye; künstlerische Arbeiten stammen von Maya Zack. Die Ausstellung wird für ein Jahr in der Max and Iris Stern Little Gallery der Hebräischen Universität Jerusalem zu sehen sein.

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Partnerschaft mit der Hebräischen Universität Jerusalem
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