Gegründet in Israel und heute international aktiv, hat sich Zikaron BaSalon zu einer globalen Bewegung entwickelt, die Holocaust-Erinnerung neu denkt. Anstelle großer Auditorien und offizieller Gedenkveranstaltungen kommen die Teilnehmenden in privaten Wohnungen und Gemeinschaftsräumen zusammen. Dort berichten Holocaust-Überlebende und ihre Nachkommen von ihren Erfahrungen, Erinnerungen und Familiengeschichten.
Der persönliche Rahmen schafft Raum für Fragen, Gespräche und gemeinsame Reflexion. Die Teilnehmenden sind eingeladen, nicht nur zuzuhören, sondern auch über die Lehren des Holocaust und ihre Bedeutung für die Gegenwart nachzudenken. Auf diese Weise wird Erinnerung zu einem aktiven Prozess, der Empathie, Verantwortungsbewusstsein und ein tieferes Verständnis für die Folgen von Antisemitismus, Ausgrenzung und Hass fördert.
Die besondere Stärke von Zikaron BaSalon liegt in dem Format, das bedeutungsvolle Begegnungen zwischen den Generationen ermöglicht. Einem Holocaust-Überlebenden im kleinen Kreis zuzuhören, eröffnet einen persönlichen Zugang zu individuellen Lebensgeschichten und Perspektiven, die weit über abstrakte historische Darstellungen hinausgehen. Gerade bei jüngeren Teilnehmenden hinterlassen diese Begegnungen oft einen nachhaltigen Eindruck und tragen dazu bei, dass diese Geschichten auch über die Lebenszeit derjenigen hinaus weitergegeben werden, die den Holocaust selbst erlebt haben.
In Deutschland arbeitet Zikaron BaSalon mit Holocaust-Überlebenden, ihren Nachkommen, Ehrenamtlichen und Partnerorganisationen zusammen, um neue Möglichkeiten der Teilhabe und Erinnerung zu schaffen. Durch Schulungen für Gastgeberinnen und Gastgeber, Bildungsangebote und gemeinschaftliches Engagement trägt das Projekt dazu bei, dass die Zeugnisse des Holocaust weiterhin neue Zielgruppen erreichen und langfristig zugänglich bleiben.
Mit dem Ende der Zeitzeugenschaft gewinnen Initiativen wie Zikaron BaSalon zunehmend an Bedeutung, um die Erinnerung an den Holocaust lebendig zu halten.