Adenauer School of Government feierlich in Köln eröffnet


Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit einer Rede in Köln feierlich jenen Ort eingeweiht, an dem künftig an Antworten auf die politischen Herausforderungen unserer Zeit gearbeitet wird: die Adenauer School of Government (ASG), deren Aufbau von der Alfred Landecker Foundation gefördert wird.

„Was es heute und in den nächsten Jahren braucht, um die Neuordnung der Welt mitzugestalten, sind strategische Vorausschau, Urteilskraft, die Fähigkeit in komplexen Szenarien zu denken. Diesen Arbeitsmuskel haben wir bei uns zu lange nicht trainiert”, so der Bundeskanzler in seiner Festrede. Und er sagte weiter: “Mit der Adenauer School of Government entsteht ein Ort, an dem über bessere Entscheidungsfindung nachgedacht wird und der zu einer strategischeren Kultur in Deutschland beitragen soll.”

Die unabhängige wissenschaftliche Einrichtung an der Universität zu Köln macht es sich zur Aufgabe, die demokratische Regierungsfähigkeit zu stärken – durch Spitzenforschung, die Ausbildung künftiger Entscheidungsträger sowie deren regelmäßigen Austausch mit Experten aus der Praxis. 

„In Zeiten, in denen die Demokratie immer mehr unter Druck gerät, ist eine verantwortungsvolle, wissenschaftliche Regierungsführung von entscheidender Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes", sagte Peter Harf, Chair und Vorsitzender unseres Stiftungsrats. Die Alfred Landecker Foundation fördert den Aufbau der ASG mit jährlich zehn Millionen Euro.

Technologische Umbrüche und geopolitische Verwerfungen verändern die Bedingungen, unter denen demokratisches Regieren heute stattfindet. Politische Institutionen stehen vor großen Herausforderungen, die evidenzbasiertes Urteilen, interdisziplinäres Denken und eine engere Verbindung von Wissenschaft und politischer Praxis erfordern. 

Genau hier setzt die Adenauer School of Government an. Gegründet im Sommer 2025, wurde sie nun am 13. Juli 2026 feierlich mit einer Festrede des Bundeskanzlers in der Aula der Universität zu Köln eröffnet. Er betonte: 

„Wir sind heute wieder an einem historischen Wendepunkt. Die Herausforderungen, vor denen wir in Deutschland und Europa stehen, sind so groß und zahlreich, wie sie es das letzte Mal vermutlich zur Gründung der BRD waren. Wir haben es zu tun mit geopolitischen und geoökonomischen Verschiebungen sowie technologischen Disruptionen, deren ganze Dimension wir noch nicht begriffen haben.“

Nach seiner Eröffnungsrede diskutierte Friedrich Merz mit dem Publikum. Beim feierlichen Festakt sprachen außerdem Professor Dr. Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln. Über die Bedeutung der neuen Einrichtung sagte Wissenschaftsministerin Ina Brandes in ihrem Grußwort für die Landesregierung NRW: 

„Eine starke, handlungsfähige Demokratie hängt ganz maßgeblich von den Menschen ab, die in ihr und für sie Verantwortung tragen - und davon, wie wir diese Menschen ausbilden. Gerade im Zeitalter Künstlicher Intelligenz reicht Fachwissen allein nicht mehr aus. Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Recht und Technologie zusammenkommen. Die ASG übernimmt an dieser Stelle große Verantwortung und ich danke der Alfred Landecker Foundation für ihr Engagement.“

 

Ein Ort, an dem Wissenschaft und Praxis voneinander lernen

Die ASG ist eine wissenschaftliche Einrichtung an der Schnittstelle von Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Technologie und Regierungshandeln. Im Zentrum steht die Frage, wie staatliche Prozesse, strategische Entscheidungen und deren Umsetzung evidenzbasierter, interdisziplinärer und wirksamer gestaltet werden können. ASG-Gründungsdirektor Professor Dr. Axel Ockenfels formulierte diesen Anspruch bei der Eröffnung so: „Mit der Adenauer School of Government entsteht mitten auf dem Campus ein Ort, an dem Wissenschaft, Studierende und Verantwortungsträger aus Politik, Verwaltung, Unternehmen und Gesellschaft gemeinsam an den großen Fragen guten Regierens arbeiten. Unser Anspruch ist, dass Praxis von Wissenschaft lernen kann – und Wissenschaft von Praxis: über Fächergrenzen hinweg, streitbar, evidenzbasiert und dem Gemeinwohl verpflichtet.“

 

Studieren ohne Studiengebühren

Zentrales Element des Lehrangebots ist ein Masterstudiengang in Public Governance in englischer Sprache, der im Wintersemester 2027/28 startet und als regulärer Studiengang der Universität zu Köln ohne Studiengebühren angeboten wird. Er richtet sich an Studierende im Masterstudiengang sowie an Absolventinnen und Absolventen, die ihr Studium vor Kurzem abgeschlossen haben. 

In interaktiven Formaten entwickeln Studierende gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Wissenschaft und Praxis neue Ansätze für die Lösung konkreter Herausforderungen staatlichen Handelns. Gleichzeitig erwerben sie fundierte methodische Kompetenzen, darunter in den Bereichen Data Science und KI. 

Bewerbungen sind voraussichtlich ab Frühjahr 2027 möglich. Genauere Informationen dazu werden zeitnah auf der Website der Adenauer School of Government veröffentlicht.

 

Internationale Forschung und gesellschaftliche Wirkung

In ihrer Aufbauphase arbeitet die ASG zunächst mit ihrem Founding Faculty Network. Diesem Netzwerk gehören mehr als fünfzig Forscherinnen und Forscher aus allen Fakultäten der Universität zu Köln sowie aus führenden Universitäten in Europa und den USA an, darunter vier Nobelpreisträgerinnen und -träger. 

Parallel dazu laufen erste Berufungsverfahren. Einen Erfolg konnte die ASG bereits bei der Eröffnungsfeier vermelden: Mit Professor Piotr Dworczak hat einer der führenden Wirtschaftswissenschaftler seiner Generation einen Ruf an die ASG angenommen. Er kommt von der Northwestern University (USA) und forscht zu Fragen des ökonomischen Designs.

Die ASG richtet ihre Arbeit darauf aus, sich zu einer führenden europäischen Institution für demokratische Regierungsfähigkeit in einer von Daten und Technologie geprägten Gesellschaft zu entwickeln. Die Alfred Landecker Foundation fördert die ASG, weil die Ausbildung von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, die evidenzbasiert, interdisziplinär und dem Gemeinwohl verpflichtet handeln, eine konkrete Antwort auf die besonderen Herausforderungen der Demokratie unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts darstellt. 

Weitere Informationen zur Adenauer School allgemein und zum Studiengang hier.  

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