Verantwortung in Zeiten des Wandels
Ausgehend von der historischen Verantwortung, die sich aus dem Zivilisationsbruch durch den Nationalsozialismus ergibt, sieht die Alfred Landecker Foundation die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen als zentralen Auftrag.
Institutionen müssen unabhängig, leistungsfähig und exzellent besetzt sein, um Grundprinzipien wie Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Minderheitenschutz dauerhaft sichern zu können. Die Förderung der Adenauer School of Government an der Universität zu Köln steht exemplarisch für dieses Selbstverständnis: Die School verbindet Spitzenforschung, Lehre und die Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses mit dem Ziel, demokratische Institutionen nachhaltig zu stärken.
Ein neues Zentrum für Public Policy und Governance
Die ASG ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität zu Köln mit dem Ziel, sich als international ausgerichtetes, überparteiliches Forschungs- und Ausbildungszentrum zu etablieren. Sie verbindet wissenschaftliche Analyse mit Erfahrungen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Ihr Namensgeber Konrad Adenauer steht über Parteigrenzen hinweg für verantwortungsvolles staatspolitisches Handeln in Zeiten tiefgreifender Umbrüche – eine Haltung, die heute gefragter ist denn je.
Exzellenz in Forschung und Lehre
Nach dem Vorbild angelsächsischer Government Schools wird die ASG internationale Governance-Forschung mit innovativer Lehre verbinden und künftige Führungspersönlichkeiten im öffentlichen Bereich heranbilden. Das erste Studienangebot der ASG ist ein Masterstudiengang in „Public Governance“. Er startet im Wintersemester 2027/28, wird auf Englisch unterrichtet und als regulärer Studiengang der Universität zu Köln ohne Studiengebühren angeboten. Er richtet sich sowohl an Studentinnen und Studenten, die derzeit in einem Masterstudiengang eingeschrieben sind, als auch an jene, die ihr Studium vor Kurzem abgeschlossen haben. Der Master ist als kompaktes Programm konzipiert, das ein bisheriges Studium ergänzt und vertieft und innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden kann.
Den künftigen Studenten und Studentinnen wird methodisches Handwerkszeug unter anderem auch aus dem Bereich Data Science und KI vermittelt, damit sie später staatliches Handeln in einer zunehmend von Technologie und Daten geprägten Welt wirksam mitgestalten können. Gemeinsam mit Forschern und erfahrenen Entscheidungsträgern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft wird in interaktiven Formaten an Lösungen für konkrete Herausforderungen gearbeitet. Im Mittelpunkt stehen dabei interdisziplinäre Perspektiven auf Verwaltung, Demokratie, Märkte, Klima, Sicherheit und den Einsatz neuer Technologien.
Die ASG arbeitet in ihrer Aufbauphase zunächst mit ihrem Founding Faculty Network. Dazu gehören führende Wissenschaftlerinnnen und Wissenschaftler, unter anderem von Institutionen wie Harvard, Stanford und Oxford, die gemeinsam mit dem Kölner Professorium zum Lehrplan des Masterstudiengangs beitragen und ihre Expertise in Forschung, wissenschaftliche Beratung und den Aufbau der ASG einbringen. Parallel dazu führt die ASG internationale Berufungsverfahren durch.
Die Stiftung stellt ein jährliches Budget von zehn Millionen Euro zur Verfügung; die Förderung ist langfristig angelegt. Geleitet wird die School von Prof. Dr. Axel Ockenfels, Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Universität zu Köln und Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik in Bonn. Als international renommierter Ökonom mit ausgewiesener Expertise in Governance, Institutionenökonomik und strategischer Entscheidungsfindung bringt er zentrale Voraussetzungen für den Aufbau einer international ausgerichteten School of Government mit. Der stellvertretende Direktor ist Prof. Dr. Markus Ogorek, Professor für Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und Direktor am Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre. Mit seiner wissenschaftlichen Verankerung im öffentlichen Recht und seiner Expertise an der Schnittstelle von Staat, Verwaltung und Verfassungsordnung stärkt er insbesondere das institutionelle und rechtsstaatliche Fundament der School.
Unter ihrer Führung entsteht ein Ort, an dem interdisziplinäre Perspektiven, internationale Spitzenforschung und praxisnahe Lehre zusammenwirken, um tragfähige Antworten auf zentrale gesellschaftliche, ökonomische und politische Herausforderungen zu entwickeln. Professor Dr. Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln, betont, dass die Universität mit ihrer internationalen Spitzenforschung, ihren herausragenden Lehrangeboten sowie ihrer Nähe zu Brüssel und Paris im Herzen Europas für die außerordentliche Initiative der Alfred Landecker Foundation prädestiniert ist. „Die großzügige Zuwendung erlaubt uns, international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Köln zu holen, um Lösungen für drängende gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und zukunftsorientierte Lehrkonzepte zu gestalten. Mein Dank gilt der Alfred Landecker Foundation und ihrem Vorstand Dr. Peter Harf für das außerordentliche Vertrauen in unsere Universität.“
Wirkung in Gesellschaft und Politik
Neben dem Aufbau eines Studien- und Forschungsprogramms wird die Adenauer School of Government mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen Impulse für gesellschaftliche Debatten und politische Entscheidungsprozesse geben. Öffentliche Dialogformate, hochrangig besetzte Veranstaltungen und der enge Austausch mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern schaffen dafür einen geeigneten Rahmen.
Die ASG versteht sich damit nicht nur als akademische Institution, sondern als Impulsgeberin für bessere Regierungsführung und als Brücke zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Ihr Anspruch ist es, nicht nur Wissen zu erzeugen, sondern konkrete Wirkung zu entfalten – für eine handlungsfähigere Demokratie, stärkere Institutionen und verantwortungsvolle politische Führung in Deutschland und Europa.
Aktuelle Veranstaltungen
„Wer schützt Europa?“ – Symposium zu Sicherheit und Verteidigung
am 9. Juli 2026 in der Kölner Flora