Nach so viel Schmerz und Pein – Erste Briefe nach dem Holocaust
Buchpremiere und Lesung


Artikel

Am 14. September 2026 um 20 Uhr wird im Kino International in Berlin die deutschsprachige Ausgabe von Nach so viel Schmerz und Pein – Erste Briefe nach dem Holocaust erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltung markiert zugleich die Veröffentlichung des von der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Kooperation mit der Alfred Landecker Foundation und dem Herder Verlag herausgegebenen Bandes in deutscher Sprache.

Oliver Masucci (Foto: Elena Zauke)

Die Sammlung vereint Briefe von jüdischen Holocaust-Überlebenden, die Konzentrationslager überstanden, im Versteck überlebten oder als Partisaninnen und Partisanen Widerstand leisteten. Anders als später entstandene Erinnerungen dokumentieren sie unmittelbar die ersten Tage und Wochen nach dem Holocaust: die Suche nach Angehörigen, die Konfrontation mit Verlust und Zerstörung, aber auch Hoffnung, Liebe und den vorsichtigen Beginn eines neuen Lebens.

Ein Abend mit Lesungen, Musik und historischer Einordnung

Die Buchpremiere verbindet literarische Lesung, historische Einordnung und Musik. Bundesfamilienministerin Karin Prien eröffnet den Abend. Iris Berben und Oliver Masucci lesen ausgewählte Briefe aus dem Band. Prof. Dr. Dan Michman, einer der weltweit führenden Holocaust-Historiker und ehemaliger Leiter des International Institute for Holocaust Research in Yad Vashem, ordnet die historischen Zeugnisse ein und spricht auch aus persönlicher Perspektive: Ein Brief seiner Mutter ist Teil der Sammlung. Musikalisch begleitet wird der Abend vom preisgekrönten Klarinettisten Nur Ben Shalom. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.

Iris Berben (Foto: Laurence Chaperon)

Stimmen, die bis heute zu uns sprechen

Die Briefe entstanden nicht mit dem Ziel, Geschichte zu dokumentieren. Sie waren Lebenszeichen – geschrieben in der Hoffnung, dass Angehörige, Freundinnen oder Freunde noch am Leben waren und antworten würden. Gerade diese Unmittelbarkeit macht sie zu außergewöhnlichen historischen Quellen. Sie eröffnen einen seltenen Einblick in die Erfahrungen von Überlebenden in einem Moment zwischen Befreiung und Neubeginn.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Tickets gibt es hier.

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