Alfred Landecker war Kaufmann, Familienvater und überzeugter deutscher Patriot. Er lebte mit seinen drei Kindern in Mannheim, war beruflich erfolgreich und fest in der deutschen Gesellschaft verwurzelt. Doch als Jude wurde er von den Nationalsozialisten systematisch ausgegrenzt, entrechtet und schließlich 1942 nach Polen deportiert und ermordet.
Seine Lebensgeschichte steht beispielhaft für die Zerstörung deutsch-jüdischen Lebens durch den Nationalsozialismus. Sie erinnert daran, wie Menschen, die selbstverständlich Teil der deutschen Gesellschaft waren, Schritt für Schritt ihrer Rechte, ihrer Existenzgrundlage und schließlich ihres Lebens beraubt wurden.
Erinnerung als Auftrag
Alfred Landecker ist der Namensgeber unserer Stiftung. Seine Geschichte und die Verantwortung, die sich aus der nationalsozialistischen Vergangenheit ergibt, sind Ausgangspunkt unseres Engagements: Wir wollen die Erinnerung an den Holocaust wachhalten, Antisemitismus bekämpfen und die Demokratie stärken.
Deshalb unterstützen wir die Erforschung und Vermittlung seiner Lebensgeschichte. Mit unserer Förderung wurden die Biografie sowie neue Ausstellungsangebote im MARCHIVUM ermöglicht.
Künftig werden die Lebensgeschichten Alfred Landeckers und des Holocaust-Überlebenden Ernest W. Michel in der multimedialen Dauerausstellung „Was hat das mit mir zu tun?“ vertieft erzählt. Zwei begleitende Broschüren und zusätzliche digitale Inhalte ermöglichen es Besucherinnen und Besuchern, sich mit diesen unterschiedlichen Biografien und der Geschichte jüdischen Lebens in Mannheim auseinanderzusetzen.
Damit bleibt die Erinnerung an Alfred Landecker nicht auf seinen Namen beschränkt. Seine Geschichte wird auch für künftige Generationen zugänglich und erfahrbar.
Die Veranstaltung
Bei der Buchvorstellung liest Annette Prosinger ausgewählte Passagen und spricht anschließend mit Prof. Ulrich Nieß, Historiker und ehemaligem Leiter des MARCHIVUM.
Der Abend wird von Grußworten von Muhterem Aras, Vizepräsidentin des Landtags Baden-Württemberg, Lena Altman, CEO der Alfred Landecker Foundation, Thorsten Riehle, Bürgermeister der Stadt Mannheim, und Helen Heberer, Vorsitzende des Freundeskreises MARCHIVUM, begleitet.
Auch die neuen Ausstellungsangebote und die begleitenden Broschüren werden vorgestellt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die Ausstellung zu erkunden.
Mehr zur Lebensgeschichte Alfred Landeckers in unserem Artikel „Wer war Alfred Landecker?“.
Buchvorstellung: Alfred Landecker. Ein deutsch-jüdisches Leben 1884–1942
18. November 2026, 18 Uhr
MARCHIVUM Mannheim
Archivplatz 1
68169 Mannheim-Neckarstadt-West
Friedrich-Walter-Saal (6. OG)