Close the Gap
Securing Women’s Voices in Politics


Frauen, die politisch und in der Öffentlichkeit aktiv sind, werden in digitalen Räumen immer häufiger bedroht. Das hat Folgen. Sie halten sich vermehrt in Diskursen zurück oder streben überhaupt keine öffentlichen Ämter oder Tätigkeiten mehr an. Das ist nicht nur individuell tragisch, sondern dieser Rückzug hat auch Konsequenzen für die Demokratie. Deshalb unterstützen wir unseren Partner HateAid bei dem Projekt: „Close the Gap: Securing Women’s Voices in Politics”, das in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford und der TU München durchgeführt wird.

In den vergangenen Jahren konnten wir beobachten, wie sich das Diskursklima allgemein aber insbesondere auch in den sozialen Medien verschärft. Die Plattformen haben ihre Content-Moderation zurückgefahren, greifen also seltener ein und löschen Kommentare, die Hass oder Hetze verbreiten nicht. Damit haben insbesondere Angriffe auf Frauen gravierend zugenommen, die in der Öffentlichkeit stehen.

Die Anfeindungen gegen diese Frauen sind geprägt von Gewalt: Sie umfassen sexualisierte digitale Grenzüberschreitungen, wie gezielte Desinformationskampagnen, Verleumdungen, Androhungen von Vergewaltigung und (Mord-)Drohungen. Die spärliche Studienlage zum Phänomen belegt: Es scheint eine weithin akzeptierte "Normalität" zu sein, dass Frauen in der Öffentlichkeit diese Art von Gewalt und Diffamierung ausgesetzt sind.

Dies führt dazu, dass immer mehr Frauen erst gar nicht politisch aktiv werden möchten - aus Selbstschutz und um ihre Familien vor dieser Tortur zu bewahren. Diejenigen, die bereits öffentliche Rollen bekleiden, ziehen sich zunehmend aus den digitalen Räumen zurück. Weil Social-Media-Plattformen aber inzwischen zu den zentralen Foren gehören, auf denen öffentliche Diskussionen stattfinden und Meinungen gebildet werden, bedeutet das Fernbleiben von Frauen eine wesentliche Verengung der demokratischen Debatte sowie ein Teilnahmehindernis für die Frauen selbst.

Digitale Gewalt gegen Frauen, vor allem in der Politik, ist dabei kein individuelles Problem. Es ist unsere Demokratie, die auf dem Spiel steht, wenn die Teilhabe und damit die Ausübung der Bürgerrechte von Frauen und anderen gesellschaftlichen Gruppen systematisch beeinträchtigt oder unmöglich gemacht werden.

Das Zeitfenster zu handeln, ist jetzt. Uns stehen entscheidende Wahlen bevor: Europawahlen, Landtagswahlen und 2025 schließlich Bundestagswahlen. Zudem laufen derzeit wichtige Gesetzgebungsverfahren im Sinne eines stärkeren Gewaltschutzes insgesamt und damit auch für (politisch aktive) Frauen, wie etwa der Digital Services Act, die Online Safety Bill, die Directive on Combating Violence Against Women and Domestic Violence.

Mit dem gemeinsamen Projekt “Close the Gap: Securing Women’s Voices in Politics” wird unser Partner HateAid zusammen mit der Universität Oxford und der TU München dieses Momentum nutzen und den umfangreichen Herausforderungen digitaler Gewalt gegen politisch aktive Frauen mit einem innovativen, multidimensionalen Ansatz entgegenwirken:

1. Wissenslücken im Bereich der digitalen Gewalt gegen Frauen sollen durch Wissenschaft und Forschung in Deutschland und einem weiteren europäischen Land geschlossen werden. Dieses Modul wird in Kooperationen mit der Technischen Universität München und der Blavatnik School of Government / University of Oxford verwirklicht.

2. Es soll auf Politik und Plattformregulierung eingewirkt werden, um gruppenbezogenen Hass zu bekämpfen und die grundlegenden Rechte von Frauen auf den Plattformen durchzusetzen.

3. Die von Online-Plattformen ausgehenden Risiken sollen bewertet werden und die Plattformen sollen gegenüber Behörden und Gerichten zur Verantwortung gezogen werden.

4. Konkrete, zielgruppengerechte Stärkung und Unterstützung von Frauen in der Politik u.a. durch gezielte Workshop- und Beratungsangebote.

5. Sensibilisierung in Parteien, Verbänden, Nachwuchsorganisationen und der breiteren Öffentlichkeit, insbesondere auch Ansprache von Männern als potenzielle Unterstützer, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken.


Ziel des Projekts ist es, dass nicht nur Frauen von den regulatorischen und legislativen Maßnahmen profitieren, sondern nachfolgend auch alle diskriminierten und marginalisierten Gruppen, die von gruppenbezogenem Hass, z.B. Rassismus, Antisemitismus oder geschlechtsspezifischer Gewalt, betroffen sind. Denn: Demokratieschutz ist nicht nur ein Anliegen von und für Frauen, es geht alle Bürger an.

Das Projekt "Close the Gap: Securing women’s voices in politics" wirkt der Destabilisierung der Demokratie entgegen und stärkt die gefährdeten Grundrechte aller.

Unsere Themen

Sich der Vergangenheit stellen

Antisemitismus bekämpfen

Minderheiten schützen

Demokratie sichern

Urteilskraft stärken

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