ZWEITZEUGEN Coaching
Holocaust Education und antisemitismuskritische Bildungsarbeit für Trainerinnen und Trainer im Breitensport


Antisemitismus zeigt sich in unterschiedlichen Lebensbereichen, so auch auf Sportplätzen, in Kabinen und im Vereinsalltag. Bisherige Bildungsformate sind auf pädagogische Fachkräfte ausgerichtet und erreichen Ehrenamtliche im Vereinssport kaum. Die Alfred Landecker Foundation fördert deshalb ein Rrojekt von ZWEITZEUGEN e. V. in Kooperation mit Zusammen1, das antisemitismuskritische Fortbildungen anhand von (Über-)Lebensgeschichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust für Trainerinnen und Trainer im Vereinssport entwickelt und anbietet.

39 Prozent der Mitglieder von MAKKABI Deutschland haben beim Sport bzw. im Zusammenhang mit ihrer Vereinsmitgliedschaft mindestens einmal persönlich einen antisemitischen Vorfall erlebt. Das ergab eine Umfrage aus dem Jahr 2021 unter Mitgliedern des Dachverbands der rund 40 jüdischen Sportvereine in Deutschland.

Wenn antisemitische Äußerungen fallen oder diskriminierendes Verhalten im Sport auftritt, tragen Trainerinnen und Trainer eine besondere Verantwortung. Ihre Reaktion ist nicht nur in der Situation entscheidend, sondern prägt auch die Haltung eines Vereins gegen Antisemitismus.

ZWEITZEUGEN e. V. bietet seit Jahren ein intensives Ausbildungsprogramm an, das pädagogische Fachkräfte dazu befähigt, eigenständig antisemitismuskritische Workshops durchzuführen. Für Ehrenamtliche in Sportvereinen lassen sich diese jedoch zeitlich oft kaum umsetzen. Mit einem niedrigschwelligen Format, das sich in den Vereinsalltag integrieren lässt, schließt das neue Projekt von ZWEITZEUGEN e. V. in Kooperation mit Zusammen1 diese Lücke.


Historisches Wissen und Handlungsfähigkeit stärken

Das Programm verbindet den biografischen Ansatz der Holocaust-Education von ZWEITZEUGEN e. V. mit dem bewegungsorientierten Präventionsansatz von Zusammen1. Das sogenannte „Herz-Kopf-Hand-Prinzip“ des ZWEITZEUGEN e. V. schafft bei den Teilnehmenden durch Zeitzeugenbeiträge einen emotionalen Zugang, vermittelt historisches Wissen und ermöglicht einen Übertrag zum aktuellen Alltag und stärkt so ihre Handlungsfähigkeit im Heute.

Zusammen1 ergänzt dies um körper- und bewegungsorientierte Formate, die praxisnah und direkt für den sportlichen Kontext entwickelt wurden. So lernen die Teilnehmenden, antisemitische Äußerungen historisch wie gegenwartsbezogen einzuordnen, eigene Vorannahmen zu hinterfragen und klar zu handeln. Das Programm ist inklusiv konzipiert, in leichter Sprache aufbereitet und für verschiedene Förderbedarfe ausgelegt.


Vom Pilotprojekt zum bundesweiten Modell

In Nordrhein-Westfalen, wo ZWEITZEUGEN e. V. seit Jahren mit Schulen, Fanprojekten und Lernorten von Fußball-Bundesligisten zusammenarbeitet, finden sich ideale Bedingungen für das Pilotprojekt. Als bevölkerungsreichstes Bundesland mit einer der dichtesten Vereinslandschaften Deutschlands eignet es sich als Ausgangspunkt, um neue Formate zu erproben und diese schrittweise bundesweit zu verbreiten. In enger Abstimmung mit Dachverbänden und Partnerorganisationen baut das Projekt neue Kooperationen mit Vereinen verschiedener Sportarten auf.


Antisemitismusprävention als Gemeinschaftsaufgabe

Das Projekt zielt auf einen Schneeballeffekt ab: Wer als Trainerin oder Trainer für das Thema sensibilisiert wurde, kann es in seinen Verein tragen - so wird Antisemitismusprävention zur Gemeinschaftsaufgabe.

Die Alfred Landecker Foundation fördert dieses Vorhaben, da Antisemitismus je nach Kontext unterschiedliche Formen annimmt und somit Projekte in verschiedenen Lebensbereichen notwendig macht. Der Vereinssport bietet dabei eine besondere Reichweite, denn er erreicht Millionen Menschen aller Generationen und sozialer Hintergründe, darunter auch viele, die klassische Bildungsformate seltener nutzen. Trainerinnen und Trainer, die Haltung zeigen und klar reagieren, verändern die Kultur eines Vereins. Das stärkt demokratische Prinzipien genau dort, wo sie täglich gefragt sind.



In Zusammenarbeit mit ZWEITZEUGEN e. V.

ZWEITZEUGEN e. V. ist ein bundesweit aktiver Verein, der pädagogische Fachkräfte befähigt, Workshops zu Holocaust und Antisemitismus eigenständig durchzuführen – in Schulen, außerschulischen Bildungseinrichtungen und im Sport.


Kooperationspartner von ZWEITZEUGEN e.V.: Zusammen1

Zusammen1 ist ein Präventionsprojekt von MAKKABI Deutschland. Es richtet sich an Vereine und Verbände im deutschen Sport und entwickelt Formate, die Bildungsarbeit und Bewegung zusammenbringen.

Unsere Themen

An den Holocaust erinnern

Antisemitismus bekämpfen

Demokratie stärken

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